Felix Klieser spielt seit seinem achten Lebensjahr Horn - und das ohne Arme. Ein Kindheitstraum sei es für ihn gewesen, die Hornkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart zu spielen. Als Neunjähriger hört er sie erstmals. Später führt er sie in kleinen und großen südenglischen Konzertsälen mit dem Bournemouth Symphony Orchestra auf. Das Orchester beruft ihn als ersten deutschen Hornisten zum Artist in Residence. Die vier Mozart'schen Hornkonzerte gehören zum Stammrepertoire der Hornisten - Klieser zögert trotzdem lange, die Werke auch für ein Album einzuspielen. Erst nach drei erfolgreichen Alben, dem Echo Klassik und dem Leonard Bernstein Award begibt er sich im September 2018 nach Salzburg, um zusammen mit der Camerata Salzburg alle vier Hornkonzerte von Mozart aufzunehmen. 2022 probt Klieser im südenglischen Poole das Hornkonzert Nr. 4 in Es-Dur, KV 495. Die Stadt ist Hauptsitz des Bournemouth Symphony Orchestra, einem sogenannten Reiseorchester, das Konzertsäle im Süden und Südwesten Englands bespielt - und mit dem auch Felix Klieser auf Tour geht. Die Tage in Großbritannien sind für das Orchester und vor allem seine Solisten zeitlich eng getaktet. Neben Proben und Konzerten stehen ein Interview bei der BBC in London und ein Schulbesuch in Plymouth an. Dazwischen liegen lange Autofahrten, die Momente der Erholung schaffen. Schließlich folgt ein Kurzbesuch der Formel-1-Strecke in Silverstone - Klieser ist ein Fan schneller Autos. Geschwindigkeit, Rhythmus, Präzision: Das sind Fähigkeiten, die sowohl Musiker als auch Rennfahrer benötigen, um Erfolg zu haben.