MDR

artour

Kultur, Magazin • 21.08.2026 • 00:10 - 00:55
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Originaltitel
artour - Das Kulturmagazin des MDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Magazin
"Ist das noch/schon mein Land" - Gesprächsreihe in Sachsen-Anhalt "Für wen ist Freyburg Heimat? Für wen ist Sachsen-Anhalt Heimat? Wer hier im Saal ist Ossi? Wer Wessi? Wer ist Frühaufsteher? Wer findet, der Osten wird allgemein viel zu mies gemacht? Und wer findet, der Osten ist noch viel schlimmer, als die Wessis immer denken? Wer findet Bauhaus gut? Wer geht lieber zu Globus?" - Fragen an das Publikum und Warm-up einer Veranstaltungsreihe, mit der der PEN Berlin gerade durch das Bundesland Sachsen-Anhalt tourt. Unter dem Titel "Ist das noch/schon mein Land?" diskutieren jeweils zwei eingeladene Gäste auf dem Podium - das sind mal Schriftstellerinnen, Autoren oder Journalisten und Unternehmer, Bundeswehrsoldaten oder YouTuber - miteinander und mit einem dritten Gast: dem Publikum. Das sehr deutsche Wort Heimat ist multispektral und diffus zugleich. Heimat kann politisch sein, persönlich und emotional, die Gespräche ufern schnell aus. Gibt es eine gemeinsame Heimat oder hat jeder seine eigene? Ist Heimat Herkunft oder Wahl? Existiert so etwas wie ein spezifisches ostdeutsches Heimatgefühl, und was könnte das sein? Der große Elefant im Raum sind die kommenden Landtagswahlen. Von der AfD bis zur Linken befinden sich alle Parteien im Heimatwahlkampf. Die einen warnen vor Überfremdung, die anderen setzen auf Weltoffenheit. "artour" war in der Freyburger Weinwelt Anisium dabei, als die Winzerin Luise Antonie Böhme und der Schriftsteller Clemens Meyer darüber diskutierten, wie viel Heimat der Mensch braucht. Und hat mit Organisator und PEN-Sprecher Deniz Yücel über die Frage gesprochen, warum das Thema gerade jetzt so viele bewegt. Annett Louisan, neue Platte "Sehnsucht" Annett Louisan zählt seit mehr als 20 Jahren zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Chanson- und Popsängerinnen. Mit ihrem Hit "Das Spiel" wurde die damalige Kunststudentin 2004 über Nacht berühmt. Jetzt veröffentlicht die 49-Jährige ihr mittlerweile 12. Album mit dem Titel "Sehnsucht" und schlägt damit ein neues Kapitel auf: Die Songs spiegeln persönliche Erfahrungen auf dem weiten Feld der Liebe, aber auch gesellschaftliche Entwicklungen wider. Titel wie "Weltuntergang" kommentieren die Reizüberflutung und Krisenwahrnehmung unserer Zeit. Auch ihre Herkunft aus Sachsen-Anhalt und die Erfahrungen der Wendejahre verarbeitet sie künstlerisch. Louisan setzt sich dabei mit gesellschaftlichen Spannungen, Ausgrenzung und dem Wunsch nach Freiheit auseinander. Ein Vorabblick auf ein MDR-Porträt über eine Künstlerin, die sich immer wieder mit den Unwägbarkeiten und Kalamitäten des Daseins befasst. Ingo Schulzes neuer Roman "Das Wasser im August" Für ihn sei der Gedanke erstaunlich gewesen, Ende der 70iger Jahre die Welt als veränderbar empfunden zu haben, sagt Ingo Schulze im "artour"-Interview. Diese Idee einer positiven Zukunft sei uns aber abhandengekommen. Das Damals, von dem der in Dresden geborene Schriftsteller Ingo Schulze spricht, ist 46 Jahre her. Sommer 1979 in Mecklenburg, DDR. Das Heute ist der Sommer 2025, in dem die Nachrichten von der Bombardierung der Atomanlagen im Iran berichten. Diese zwei Zeitebenen bestimmen den Roman "Das Wasser im August", der in der nächsten Woche erscheint und der für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert ist. Ein Sechzehnjähriger, der unbedingt Schriftsteller werden will, verbringt 14 Tage bei einer Malerin und einem Maler südlich von Neubrandenburg am Tollensesee. Seine ersten Schreibversuche in der Wolkenlandschaft Mecklenburgs werden begleitet von einer ersten Liebe. Hier lernt er Erwachsene kennen, die ihn ernst nehmen, lernt durch die Malerin das Hinsehen, das Beschreiben, das sich einlassen auf Gefühle, lernt wie wichtig Literatur für das eigene Lernen ist. Kurz: Es wird für ihn zur Erweckung. Diese Geschichte, eine unfertige Novelle, die im Jahr 1979 spielt, liest der 62 Jahre alte Ich-Erzähler im Sommer 2025 vor einem Publikum, welches er aus seiner Jugend kennt. Geschickt spielt Ingo Schulze mit dem Aufeinandertreffen von Vergangenheit und Gegenwart und mit den Gesellschaftlichen Brüchen der letzten 46 Jahre. Und er geht den Fragen nach, wie genau findet man seine eigene Geschichte, was ist individuelles Glück und was sind Erinnerungen wert? Bauhaus Dessau feiert 100-jähriges Bestehen Die Dokumentation "Der Bauhaus-Code - Revolution des Alltags" beleuchtet das Bauhaus als gesellschaftliches Experiment und als Haltung, die weit über einen bloßen Design-Stil hinausgeht. Mehr als 100 Jahre nach seiner Gründung steht die Bauhaus-Idee erneut im Spannungsfeld von Fortschritt, Krise und Identität. Gesellschaftliche Alternativen und künstlerische Freiheit werden vor dem Hintergrund politischer Veränderungen neu verhandelt: heute, wie damals. Der Film folgt den Stationen Weimar, Dessau, Berlin und der globalen Verbreitung der Bauhaus-Prinzipien. Er zeigt, wie Architektur, Design und Alltag gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln - von den Utopien der 1920er Jahre bis zu aktuellen Debatten um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Mit einem dynamischen Stilmix aus Dokumentarbildern, animierten Fotos, Interviews und Archivmaterial werden die historischen Phasen gezeigt und die Fragen nach der Gestaltung unserer Umwelt und der gesellschaftlichen Verantwortung neu gestellt. Die Dokumentation fragt, welche Ideen und Ideale heute noch relevant sind und wie das Bauhaus-Erbe in modernen Projekten und urbanen Visionen weiterlebt. "Der Bauhaus-Code" ist eine visuelle Reflexion über Macht und Widerstand, über Normen und Brüche und über die Vision, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Kulturkalender * Kunstfest Weimar 21.08.-06.09. u.a. mit Leila Ka "Maldonne" *Frauen sind! Museum Lyonel Feininger Quedlinburg 20.08.-11.01.2027 * "Salz und Wasser - Mit der legendären 'Polarstern' in die Antarktis", Dokfilm ab 20. August im Kino